Mein betrunkenes Gestotter

Rettung durch Co-Pilot

Eine starke Alkoholabhängigkeit zerstört in erster Linie das eigene Leben, aber oft genug auch das anderer Menschen, die dem Betroffenen meistens nahestehen, wie der/die LebenspartnerIn und die Kinder. Denn das bloße Miterleben von dem Verfall einer geliebten Person ist bereits traumatisierend. Leider steigt bei vielen Alkoholikern zusätzlich das Aggressionspotenzial bei gleichzeitigem Absinken der Hemmschwelle, weshalb verübte Gewalttaten keine Seltenheit sind und nicht nur seelische Narben hinterlassen.

Das Spiel mit dem Leben

Psychische (Verhaltens-)Störungen stellen jedoch nur einen Teilbereich der Schädigungen dar. Hinzu kommen körperlich deutlich spürbare Entzugserscheinungen und die Be-, Aus- sowie Überlastung der Leber, was im schlimmsten Falle zum Tode führen kann. Eine weitere häufig auftretende Todesursache im Zusammenhang mit Alkohol sind vom Betrunkenen provozierte (Auto-)Unfälle, die zu oft auch das Leben anderer Menschen auslöschen.

Gemeinsam durch die Krise

Die erste Anlaufstelle für all diejenigen, die ernsthaft einen Ausweg aus der Abhängigkeit suchen, ist im Idealfall eine Entzugsklinik. Denn ein professionell durchgeführter Entzug mit entsprechender Betreuung, kann nicht nur Überlebenswichtig sein - die (Selbst-)Verletzungsgefahr ist äußerst hoch - sondern auch die Chancen auf einen dauerhaften Erfolg erhöhen. Die Betonung liegt dabei auf "erhöhen", da eine Garantie zu keinem Zeitpunkt gewährt werden kann. Am Ende entscheidet immer der eigene Wille. Doch kompetente Unterstützung vermag den Weg dorthin wesentlich zu erleichtern. Vor allem nach dem Entzug ist der Halt durch andere Personen, die einen verstehen und in schwierigen Momenten auffangen, sehr wichtig, damit Rückfallsituationen ausgemerzt beziehungsweise überwunden werden können.

Angenehmer Ausstieg

Statistisch gesehen fällt (trockenen) Alkoholikern der Ausstieg leichter, wenn sie sich Hilfe bei und von den Anonymen Alkoholikern holen. Denn wer kann sich besser in die eigene Situation hineinversetzen als ein Leidensgenosse? Zusätzlich kann per Übernahme einer Patenschaft von einem Neuankömmling durch ein älteres, stabileres Mitglied, der Sieg über die Sucht begünstigt werden, da die auf dem Plan stehenden privaten Treffen eine intensive Hilfestellung im Alltag bedeuten. Zudem motiviert es dem/der Paten/Patin selbst weiterhin trocken zu bleiben, aufgrund der Vorbild- und Mentorenfunktion, die das Verantwortungsgefühl um ein Vielfaches steigern.